Wie kann E-Mail Marketing während der Finanzkrise am effektivsten und effizientesten eingesetzt werden ohne dem Sparstift zum Opfer zu fallen?
Implementieren Sie Massnahmen zur Messung welche Auswirkungen E-Mail Marketing tatsächlich auf das Betriebsergebnis hat. Gehen Sie über die üblichen Klicks, Öffnungen, Bounces, etc. hinaus und messen Sie Return-On-Investment, Steigerung der Kundenzufriedenheit (z.B. durch Online Umfragen) und sonstige Daten, die an das Erreichen von Unternehmenszielen gebunden sind.
Intensivieren Sie Ihre Anstrengungen der Geschäftsleitung zu "verkaufen", wie sehr E-Mail Marketing den Interessen des Unternehmens nützt. Viele Führungskräfte halten E-Mail noch immer nur für ein kostengünstiges Informationsmedium. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen dieses Medium als unerlässlich für strategische Kundenkommunikation zu platzieren.
Investieren Sie in die Verbesserung Ihrer Zustellraten. Für Unternehmen, die ihre Produkte und/oder Dienstleistungen über E-Mails bewerben, bedeuten E-Mails, die nicht in der Inbox des Empfängers landen, einen Umsatzverlust. Ein kleines Rechenbeispiel zur Veranschaulichung: Bei den internationalen Webmailern (Gmail, Yahoo, Hotmail und AOL) landen im Durchschnitt etwa 15 Prozent aller Werbe E-Mails im Spamordner oder werden komplett geblockt.
Nehmen wir an Sie verschicken eine Kampagne an 100.000 Empfänger und erreichen eine Conversion Rate von 0.5 Prozent bei einen durchschnittlichen Warenkorbwert von 150 Euro. Bei 15 Prozent blockierten E-Mails würden 15.000 Empfänger ihre Nachricht gar nicht erhalten, was einen pro Kampagne Umsatzverlust von 11.250 Euro bedeutet. Bei vier Kampagnen pro Monat wäre das ein versäumter Umsatz von 45.000 Euro.
Erliegen Sie nicht der Versuchung Ihren Adressbestand mit einmaligen Massnahmen stark zu vermehren. Die negativen Aspekte wie schlechtere Zustellraten und geringerer Response sind kein angemessener Preis für zusätzlichen Empfänger. Investieren Sie stattdessen in sanfte Massnahmen, die Leads und Kunden an jedem Kontaktpunkt mit Ihrem Unternehmen (Webshop, Messe, POS, Kundenberater, etc.) ohne Abstriche bei Permission und Datenschutz als Neuabonnenten gewinnen.
Verfallen Sie nicht der Versuchung E-Mail Marketing nur als kostengünstige Angebotsschleuder zu missbrauchen. Ja, E-Mail ist kostengünstiger als andere Direktmarketingmedien und Sie werden wahrscheinlich, wie viele andere E-Mail Marketer auch, den Druck verspüren mehr E-Mails zu verschicken um den Umsatz anzukurbeln. Sicher sind kurzfristig höhere Resultate möglich, Sie laufen aber auch Gefahr längerfristigen Schaden anzurichten: schlechtere Zustellraten, verärgerte Kunden, höhere Kosten um abgemeldete Empfänger zu ersetzen und schlechteres Markenimage.
Nur selten sind Empfängerlisten im E-Mail Marketing homogen. Vermutlich ist die Zielgruppe Ihrer Empfänger das ebenfalls nicht. Aus diesem Grund macht es Sinn, Ihre Empfänger in unterschiedliche Segmente zu unterteilen und diese jeweils gezielt anzusprechen. Möglicherweise möchten Frauen anders angesprochen werden als Männer. Stammkunden haben womöglich andere Erwartungen an Ihren Newsletter als Interessenten. Kunden mit einem durchschnittlich hohen Bestellwert erwarten andere Angebote als Kunden mit einem sehr geringen Bestellwert.
Sparen Sie Kosten (v.a. bei Mitarbeiterstunden) ein, indem Sie E-Mail Marketing Prozesse automatisieren: von automatischem Datenimport und –export zwischen Ihrer Kundendatenbank und der E-Mail Marketing Applikation über automatische Befüllung von E-Mails mit Angeboten und anderen Inhalten von der Website, bis hin zur kompletten Automatisierung der E-Mail Erstellung und des Versandes.
Binden Sie Transaktionsmails in Ihre E-Mail Strategie mit ein. Transaktionsmails sind E-Mails, die automatisch als Antwort auf ein bestimmtes Kundenverhalten generiert werden, wie z.B. Kauf- und Versandbestätigungen, Reminder, Updates über Verfügbarkeit eines bestimmten Produktes, etc. Laut diversen aktuellen Studien aus den USA (von Jupiter bis Forrester) erzielen Transaktionsmails wesentlich höhere Resultate als herkömmliche Werbe E-Mails und werden von Empfängern nicht als störend empfunden. Gleichzeitig verwenden nur die wenigsten Unternehmen Transaktionsmails aktiv für Markenbildung und Promotions.
Stellen Sie 10 bis 20 Prozent Ihres E-Mail Marketing Budgets für Testverfahren zur Verfügung. Erstellen Sie z.B. 3 unterschiedliche Versionen Ihrer Mailings und schicken Sie sie an jeweils 10 Prozent Ihrer gesamten Liste (Anzahl der Versionen und Prozentzahl der Empfänger können Sie natürlich beliebig variieren). Die für Sie erfolgreichste Version schicken Sie dann an den Hauptteil der Liste. Auch wenn Sie die Resultate jeweils nur um 1 bis 2 Prozent steigern können, so kann sich das über kurz oder lang ganz schön summieren.
Überlassen Sie die Verantwortung Ihrer E-Mail Marketing Aktivitäten nicht einem Assistenzposten im Marketing. Eine erfolgreiche E-Mail Marketing Strategie zu entwerfen erfordert viel Spezialwissen und jahrelange Erfahrung. Sollten Sie intern noch nicht über dieses Know-How verfügen, ist es eventuell empfehlenswert, Beratung durch externe Spezialisten in Erwägung zu ziehen.
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