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Testbericht Highrise CRM

Testbericht Highrise CRM

Highrise ist ein einfaches Tool zur Kontaktverwaltung mit nur wenigen Features. Das ist Plus- aber auch ein Kritikpunkt. Für ein CRM-Tool fehlt mir beispielsweise eine dezidierte Reporting-Funktion.

Ich hatte 2014 einen Testbericht zu Highrise geschrieben. Mein Fazit damals: „In die Jahre gekommen […] Das Design, die Bedienung. Es ist schwer, es an etwas Konkretem festzumachen.“ Seitdem hat sich einiges getan, aber die Kritikpunkte bleiben nach wie vor. Wer damit Kontakte verwalten will, wird den minimalistischen Ansatz vielleicht schätzen. Für mich bietet es als CRM-Tool allerdings zu wenige Funktionalitäten. Es fehlt vor allem die Möglichkeit, Auswertungen zu erstellen.

Highlights

  • Google-Maps-Einbindung in der Kontakt-Detailseite
  • Inbox mit allen unbeantworteten E-Mails – (Good Morning, Good Afternoon, Good Evening)
  • Zahlreiche Add-ons und Schnittstellen zu anderen Tools

Funktionen

Die Webseite trifft es gut auf den Punkt, was Highrise eigentlich ist, ein schlicht gehaltenes Tool zur Kontaktverwaltung: „Your address book doesn’t do enough, CRM software tries to do too much. Stay connected with simple contact management.“

Kontaktliste

Zentrales Element, um Kontakte in Highrise zu verwalten, sind Tags, nach denen die Kontaktliste gefiltert werden kann.

Neben der Möglichkeit, nach Tags zu filtern, kann ich auch danach suchen, wo dieser Filter fehlt. Highrise nennt hier als Beispiel Kontakte, die bislang noch nicht mit „Demo“ getaggt wurden. Sie könnte man dann beispielsweise anschreiben oder anrufen, um eine Produkt-Demo zu vereinbaren. Bei nachfolgendem Screenshot ist der „Nicht-Tag“ Beratung.

Kontaktliste in Highrise mit besonderer Hervorhebung des "Nicht-Tag" Beratung.
Kontaktliste in Highrise

Kontakte anlegen

Das Kontaktformular ist übersichtlich gehalten und auf wenige Einträge beschränkt. Bei Bedarf können weitere benutzerdefinierte Felder (Custom Fields) schnell hinzugefügt werden. Zur Veranschaulichung habe ich „Kontakt-Typ“ angelegt.

Screenshot Kontaktformular in Highrise
Kontaktformular in Highrise

Custom Fields

Custom Fields in Highrise an legen
Customs Fields anlegen

Kontaktformular bearbeiten

In der Kontakt-Einzelansicht kann ich anschließend ein „Opt-out“ angeben, falls der Kontakt keine E-Mails empfangen möchte. Außerdem wer aus dem Team Zugriff auf diesen Kontakt hat.

Kontakt in Highrise bearbeiten
Kontakt bearbeiten

Kontakt – Einzelansicht

Hier findet sich der Hinweis, dass Elke Groß keine Massen-E-Mails erhalten möchte. Außerdem ein Google-Maps-Auszug mit der Adresse.

Screenshot Kontakt-Einzelansicht in Highrise
Kontakt – Einzelansicht

Deals

Angebote können über „Deals“ erfasst werden. In der Freeversion sind lediglich drei offene Angebote enthalten. Die meisten Nutzer werden im Laufe der Zeit mehr Einträge haben. Daher sind auch hier Filter unerlässlich.

Übersicht über alle Angebote (Deals) in Highrise
Deals – Übersicht

Deal anlegen

Auch hier ist das Formular sehr knapp gehalten. Gut gefällt mir, dass ich auswählen kann, ob es sich um einen Festpreis oder um den Preis pro Stunde/Monat/Jahr handelt.

Mir fehlt allerdings die Möglichkeit auszuwählen, ob die Anfrage aufgrund einer bestimmten Marketingaktion zustande kam, etwa eine E-Mail-Newsletter-Aktion. Solche Felder können über „Custom Fields“ angelegt werden, wie hier „Lead Quelle“.

Formular, um ein Angebot (Deal) in Highrise anzulegen.
Formular, um einen Deal anzulegen

Deals – Einzelansicht

In der Angebotsansicht kann der Status als „Pending“, „Won“ oder „Lost“ angegeben werden. Zum jeweiligen Deal kann ich Notizen oder Aufgaben anlegen sowie Ansprechpartner hinzufügen oder löschen.

Einzelansicht Angebot (Deal) in Highrise
Einzelansicht – Deal

Cases

Ein weiteres Feature ist Cases. Darüber kann man Supportanfragen verwalten oder Marketingaktionen planen, etwa ein Event.

Screenshot Detailansicht Case in Highrise
Einzelansicht Case

E-Mails

Über eine Dropbox-Adresse (hier ist nicht das gleichnamige Tool Dropbox gemeint) können E-Mails via BCC direkt an Highrise geschickt werden. Sie werden dann dem jeweiligen Kontakt zugeordnet. Darüber hinaus gibt es eine Gmail-Integration. So können Supportanfragen direkt an den Highrise-Account weitergeleitet werden und landen in „Good Morning“.

Weitere interessante Features

Bulk E-Mails

Highrise erlaubt den E-Mail-Versand an mehrere Personen gleichzeitig. Das heißt, darüber könnten auch Newsletter verschickt werden. Dieses Feature gibt es nur in den kostenpflichtigen Versionen. Nutzer der Freeversion können jedoch E-Mail-Templates anlegen und für den Versand von E-Mails nutzen.

Good Morning, Good Afternoon, Good Evening

Dahinter verbirgt sich die Inbox mit allen unbeantworteten E-Mails. Highrise setzt es selbst für den Kundensupport ein.

Um das Feature nutzen zu können, muss die Dropbox mit der E-Mail-Inbox verbunden werden. Je nach Tageszeit ändert sich der Name von „Good Morning“ in „Good Afternoon“ oder „Good Evening“.

Sonstiges

Datenimport

Highrise ermöglicht den Datenimport via CSV- oder .xls-Datei sowie vCards. Auf diese Weise können auch XING-Kontakte ohne Umwege eingepflegt werden.

Preismodell

Anders als bei vielen anderen Tools zahlt man nicht pro User. Im „Plus-Plan“ sind beispielsweise bis zu 15 User enthalten. Es gibt auch einen Solo-Plan, der einen Nutzer, 5 GB Speicher und 20.000 Kontakte umfasst. Er kostet derzeit 29 US-Dollar. Informationen zu den verschiedenen Tarifen gibt es in der Preisübersicht.

3rd-Party-Tools

Ein großer Vorteil von Highrise gegenüber anderen Tools sind die zahlreichen Addons, Apps und Schnittstellen zu anderen Systemen. Dazu zählen unter anderem MailChimp, Wufoo, Freshdesk oder Zapier.

Highrise Help Center

Wer mehr über Highrise wissen möchte, wird im Help Center fündig. Zahlreiche Artikel, die auf die einzelnen Features samt Screenshots ausführlich eingehen.

Fazit

Highrise beschränkt sich auf einige wenige Features. Die Eingabeformulare sind auf das Wesentliche reduziert, dadurch bleiben die jeweiligen Seiten übersichtlich. Wer lediglich Kontakte und Angebote damit verwaltet, wird dies zu schätzen wissen. Ab den kostenpflichtigen Versionen gibt es zudem ein E-Mail-Marketing-Feature.

Was mir fehlt, sind Auswertungen, die auch grafisch hübsch aufbereitet sind.

Es bleibt abzuwarten, ob auch das Design noch einmal komplett überarbeitet wird. Für mich ist es in die Jahre gekommen, auch im Vergleich mit anderen Lösungen. Es wurde 2007 veröffentlicht und hat nach wie vor dieselbe Bedienoberfläche.

Meine Erfahrung mit Tags

Ich hatte 2012 mit Highrise als CRM-Tool gearbeitet. Nicht lange und nicht viel, aber das Tag-System hat mir nicht gefallen, zu unübersichtlich, zu wenig strukturiert, gerade bei vielen Kontakten. Das lag auch daran, dass es viel Disziplin kostet, nicht für alles einen Tag anlegen zu wollen, sondern sich auf ein paar wenige zu verständigen. Das gilt insbesondere, wenn man Highrise als Team nutzt. Ansonsten hat man eine Schlagwort-Wolke, wie sie vor ein paar Jahren in Mode war.

Hintergrund

Highrise wurde 2007 von 37signals (heute Basecamp) veröffentlicht. Lange Zeit wurde das Tool nicht weiterentwickelt, die Zukunft war ungewiss, da sich Basecamp ausschließlich auf sein gleichnamiges Projektmanagement-Tool konzentrieren wollte.

Seit 2015 ist Highrise ein Tochterunternehmen von Basecamp. Es wird von Nathan Kontny geleitet, der unter anderem Draft entwickelt hat. Inzwischen werden wieder regelmäßig neue Features veröffentlicht.

Written by Ute Mündlein

Ute Mündlein ist freiberuflicher Vertriebscoach und Mitgründerin von CRMmanager.de. Die häufigste Frage, die ihr nach „Wie finde ich neue Kunden?“ gestellt wird, ist: „Welches CRM-Tool empfiehlst du?“ „Es kommt darauf an“ war auf Dauer eine unbefriedigende Antwort für sie – und ihren Gegenüber. Daher hat sie begonnen, ausführliche Testberichte zunächst auf ihrem Blog Der Reiche Poet und nun auf CRMmanager zu veröffentlichen.

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