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Testbericht Pipedrive

Der Fokus von Pipedrive liegt auf der Verwaltung/Organisation der Vertriebspipeline. Das Tool bietet darüber hinaus zahlreiche Features, die den Vertriebsalltag erleichtern, wie etwa die Einbindung von Google Maps oder das Festlegen von Zielen.

Highlights

  • Zahlreiche Auswertungsmöglichkeiten
  • Kontakte auf Google Maps anzeigen lassen
  • Rotten-Deal-Feature: Angebote, bei denen sich längere Zeit nichts tut, verschwinden aus der Pipeline.
  • Optisch ansprechend gestaltete Vertriebspipeline
  • Kurz gehaltene Formulare
  • Gute und durchgängige deutsche Übersetzung

Funktionen

Pipeline

Zentrales Element von Pipedrive ist die Vertriebspipeline. Sie ist in der Pipeline-Ansicht wie bei einem Kanban-Bord angeordnet. Von der Idee bis zu Verhandlungen wandert das Angebot durch verschiedene Phasen. Sie können in den Einstellungen entsprechend angepasst werden.

Vertriebspipeline in Pipedrive

Kleine Icons neben dem jeweiligen „Angebot“ zeigen an, ob und wo gerade Handlungsbedarf besteht.

  • Grün: Heute ist eine Aktion fällig.
  • Rot: Eine Aktivität ist überfällig.
  • Ausrufezeichen: Es ist noch nichts geplant.

Wenn ich eine Aktion als „erledigt“ habe, taucht gleich darauf ein Pop-up-Fenster auf, um die nächste Aktivität zu planen. Diese Erinnerung ist eine gute Idee, um am Ball zu bleiben.

Anlegen eines Angebotes

Das Angebotsformular ist kurz und optisch ansprechend gestaltet. Darin kann ich auch einen neuen Kontakt sowie einen Account anlegen.

Angebotsformular in Pipedrive

Zusätzlich kann ich in den Einstellungen unter „Funktionen“ den Punkt „Kontakte- und Organisationenfelder im Geschäftsdialog“ auswählen, dann sieht das Formular so aus:

Erweitertes Angebotsformular in Pipedrive um die Felder Telefon und E-Mail ergänzt

 

Timeline View

In der „Timeline View“ erhalte ich einen Überblick darüber, wie hoch die zu erwartenden Umsätze pro Monat sind. Die erste Zahl (schwarz), wie hoch die zu erwartende Angebotssumme ist, grün, was bereits gewonnen wurde.

Timeline View in Pipedrive

Die grüne Linie unter dem jeweiligen Angebot zeigt den Fortschritt an. Das ist abhängig von der Verkaufsphase, in der es sich befindet.

Kontakte anlegen

Das Kontaktformular ist im Vergleich zu anderen CRM-Lösungen sehr schlicht gehalten. Das motiviert, wenn ich mehrere Datensätze einpflege, etwa nach einer Messe.

Formular, um Kontakt in Pipedrive anzulegen

Kontakt – Detailansicht

Die Kontaktdetailansicht bietet eine Historie über alle Aktivitäten. Ich bin kein großer Freund solcher Auflistungen, da sie recht schnell unübersichtlich werden.

Interessant ist der Überblick in der linken Seitenleiste und der Hinweis, wann der letzte Kontakt stattgefunden hat. In diesem Fall vor 31 Tagen.

Kontaktdetailansicht in Pipedrive

Auswertungen

Pipedrive bietet zahlreiche Auswertungsmöglichkeiten:

Unternehmensstatistiken

Auswertung über die eigene Performance in Pipedrive

ein Live Dashboard

Live Dashboard in Pipedrive

Außerdem eine sehr detaillierte Auswertung über die gewonnenen und verlorenen Angebote. Ich traure an dieser Stelle der alten Ansicht nach (siehe Punkt 9 im Artikel „9 Coole CRM-Features“).

Weitere interessante Features

Geschäft „stagnierend“ (Rotten deal)

In den Einstellungen kann ich festlegen, nach wie vielen Tagen ein Angebot stagniert. Hier hat der Mitgründer seine Erfahrung aus Kaltakquisetagen integriert. Im Sommer waren nach zwei, drei Wochen die Post-its mit potenziellen Kunden von der Wand gefallen, meist auch ein Zeichen dafür, dass wohl nichts mehr daraus wird. Eine gute Idee.

Ziele

Ebenfalls bei den Einstellungen kann ich verschiedene Ziele hinzufügen:

  • Wert oder Anzahl der vorangebrachten Geschäfte
  • Wert oder Anzahl der gewonnenen Geschäfte

Der Fortschritt kann sowohl in den Einstellungen als auch in der Pipeline selbst überwacht werden.

Zwei-Wege-E-Mail-Synchronisation

Seit Juli 2016 gibt es eine Zwei-Wege-E-Mail-Synchronisation. Sie steht Nutzern ab dem Gold-Plan (25 Euro pro Nutzer und Monat) zur Verfügung. Mehr Infos dazu finden Sie in unserer News.

Kontakte/Accounts auf Google Maps anzeigen lassen

Interessant ist definitiv die Möglichkeit, Kontakte/Unternehmen auf Google Maps anzeigen zulassen. Das hilft etwa bei der Planung von Events. Die Maps-Ansicht erhalten Sie, wenn Sie in der Kontaktliste rechts oben auf die drei Punkte klicken (rote Markierung) und dort „Auf Karte anzeigen“ auswählen.

Kontakte auf Google Maps anzeigen lassen

Anbindung an Trello und Slack

Pipedrive lässt sich auch im Zusammenspiel mit anderen Tools nutzen. Updates über Accounts, Kontakte sowie neue oder gewonnene Angebote erhalten die Nutzer so im Slack. Mehr über die Slack-Integration, etwa „Personal Deal Updates“, lesen Sie hier.

Eine weitere interessante Integration ist die mit Trello. Damit lassen sich Aufgaben, die etwa im Rahmen der Angebotserstellung anfallen, besser koordinieren. Trello-Cards werden dann beispielsweise automatisch erstellt, sobald wenn ein neuer Deal zu Pipedrive hinzugefügt wird. Weitere Informationen finden Sie in dieser News.

Anpassen

Pipedrive lässt sich individuell anpassen. Sie können eine oder mehrere Pipelines anlegen, falls Sie beispielsweise verschiedene Produkte/Dienstleistungen haben. Verkaufsphasen können umbenannt oder weitere Phasen hinzugefügt werden.

Felder können Sie in den Einstellungen hinzufügen oder umbenennen.

Anleitungen

Es gibt zahlreiche englischsprachige Videos, in denen die Features, Anpassungsmöglichkeiten und einiges mehr vorgestellt werden.

Datenimport

Der Datenimport geht derzeit nur über eine .xls- oder xlsx- (nur Excel) oder .csv-Datei. Darüber hinaus können Sie derzeit aus folgenden Tools Daten importieren.

Kritikpunkte

Der Fokus von Pipedrive liegt klar auf der Organisation, Verwaltung und Auswertung der Angebots-Pipeline. Hier ist das Tool optisch sehr ansprechend gestaltet. Bei der Kontaktansicht lässt die CRM-Lösung jedoch etwas zu wünschen übrig. Sie könnte übersichtlicher sein, gerade bei sehr intensiven Kundenkontakten mit E-Mails, Anrufen, Notizen, Terminen etc. verliert man schnell den Überblick. Darüber hinaus steht im Einstiegstarif, Silber, nur eine BCC-E-Mail-Weiterleitung zur Verfügung, was die Einbindung von Kunden-E-Mails umständlich macht.

Fazit

Wer ein CRM-Tool sucht, das hilft, die Angebots-Pipeline (besser) zu verwalten und auszuwerten, sollte sich Pipedrive näher anschauen. Daneben gibt es zahlreiche interessante Features, die im Vertriebsalltag nützlich sein können, etwa die Einbindung von Google Maps oder das Festlegen von Zielen.

Wer darüber hinaus Marketingkampagnen organisieren will, wird bei Pipedrive nicht fündig. Auch wer eine CRM-Lösung zur Kontaktverwaltung sucht, sollte andere CRM-Tools in Betracht ziehen, beispielsweise OnePageCRM, karmaCRM oder RAYNET Cloud CRM).

 

Written by Ute Mündlein

Ute Mündlein ist freiberuflicher Vertriebscoach und Mitgründerin von CRMmanager.de. Die häufigste Frage, die ihr nach „Wie finde ich neue Kunden?“ gestellt wird, ist: „Welches CRM-Tool empfiehlst du?“ „Es kommt darauf an“ war auf Dauer eine unbefriedigende Antwort für sie – und ihren Gegenüber. Daher hat sie begonnen, ausführliche Testberichte zunächst auf ihrem Blog Der Reiche Poet und nun auf CRMmanager zu veröffentlichen.

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