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Das war die IT & Business 2016 – leere Gänge, fehlende Teppiche

Seit 2015 vereint die IT & Business die Messen CRM-expo, DMS Expo und IT & Business unter einem Dach. Dennoch war die Zahl der Besucher an den drei Messetagen überschaubar. Es gab an den Ständen viel Leerlauf, zudem fehlten namhafte Hersteller wie Salesforce. Waren es früher mehrere Hallen, füllt die IT & Business kaum noch eine große Messehalle. So weit so schlecht.

Den „Abstieg“ machten einige Aussteller auch an den fehlenden Teppichen in den Gängen fest. Die wurden dieses Jahr eingespart.

Dennoch waren die meisten Aussteller zufrieden. Weniger, aber dafür gute Gespräche, war ihr Fazit. Und: Der Markt für CRM-Tools, gerade im deutschsprachigen Raum, hat noch viel Potenzial. Die Anbieter blicken daher optimistisch in die Zukunft.

Nach wie vor gibt es Unternehmen, die selbst bei einer Firmengröße jenseits von 500 Mitarbeitern kein CRM-Tool nutzen. Oder sie schöpfen das Potenzial, das im Kundenbeziehungsmanagement steckt, noch immer nicht voll aus.

„Nur ein Prozent der Unternehmen sind in der Lage, mit den Daten zu arbeiten“

Es bleibt der Eindruck, dass viele grundlegende Fragen noch immer nicht gelöst wurden, etwa: Wie bringe ich die Anwender dazu, eine CRM-Lösung zu nutzen? Stattdessen wird über immer neue Möglichkeiten gesprochen, aus den Daten mehr als nur den Kaffeesatz zu lesen. Sven Bruck, Geschäftsführer von „die dialogagenten“ und Hersteller von CRMPATHY ging in seinem Vortrag „CRM before the time. Zwischen Raten und Wissen. Zwischen Prognose und Förderung.“ sogar so weit und behauptete: „Nur ein Prozent der Unternehmen sind aktuell in der Lage, mit den vorhandenen Daten zu arbeiten.“ Ein Fazit, das im Jahr 2016 eigentlich traurig stimmen muss.

Wohin wird die Reise in Sachen CRM gehen?

Nach wie vor spielt das Thema Cloud gerade bei größeren Unternehmen keine Rolle, vor allem wegen Datenschutzbedenken. Ob sich das in den nächsten Jahren ändern wird? Viele Gesprächspartner sind skeptisch. Und so bleibt es bei On-Premise-Lösungen. Tools, die auf den eigenen Servern laufen. Einige Hersteller haben hier, was die Bedienoberfläche betrifft, noch erheblichen Nachholbedarf.

Empathisches CRM

Es gibt zahlreiche interessante Ansätze, allerdings nur im Bereich Cloud. Darunter die webbasierte Lösung CRMPATHY, die einen Gegenpol zu Big-Data und Predictive Analytics liefern möchte. So können Kundeninteressen und Schlagwörter direkt nach dem Gespräch eingegeben werden, etwa „Familie“, „Reisen“, „Qualitätsbewusst“. Daraufhin kann der Kunde/Lead verschiedenen Kampagnen zugeordnet werden. Wir werden das Tool demnächst noch näher vorstellen.

Der für seine Mittelstandslösung bekannte Anbieter CAS setzt mit SmartWe ebenfalls auf das Thema Cloud. Dort kann sich der Nutzer sein CRM aus verschiedenen Apps individuell zusammenstellen, ein Ansatz, den auch Apptivo fährt und der vielversprechend ist. Noch richtet sich das Ganze an Startups und kleinere Unternehmen, vielleicht setzt sich irgendwann der Ansatz bei größeren Firmen durch.

Quo vadis IT & Business?

Bleibt die Frage: Wie viele sich Besucher werden sich auch im nächsten Jahr auf der IT & Business vom 17. bis 19. Oktober informieren? Und wie viele Aussteller werden dann vor Ort sein?

Dafür müssten die Veranstalter, die Messe Stuttgart, bildlich gesprochen für Besucher und Aussteller gleichermaßen wieder den (roten) Teppich ausrollen. Sei es durch ein interessantes Rahmenprogramm, vielleicht in Form einer Konferenz, oder indem wieder mehr Hersteller mit an Bord sind und ihre Lösungen präsentieren. Es bleibt abzuwarten, ob das gelingt.

Written by Ute Mündlein

Ute Mündlein ist freiberuflicher Vertriebscoach und Mitgründerin von CRMmanager.de. Die häufigste Frage, die ihr nach „Wie finde ich neue Kunden?“ gestellt wird, ist: „Welches CRM-Tool empfiehlst du?“ „Es kommt darauf an“ war auf Dauer eine unbefriedigende Antwort für sie – und ihren Gegenüber. Daher hat sie begonnen, ausführliche Testberichte zunächst auf ihrem Blog Der Reiche Poet und nun auf CRMmanager zu veröffentlichen.

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