Buzzwords: Was wirklich wichtig wird

Autor: Markus Hövener
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Website-Betreiber wollen immer am Puls der Zeit sein und ihren Konkurrenten den entscheidenden Schritt voraus sein. Ob durch Fachmagazine oder Online-Foren: Regelmäßig erscheinen neue Themen auf der Agenda - häufig sogenannte "Buzzwords".

Welche der aktuellen Buzzwords sind wirklich relevant für welche Art von Unternehmen? Ist es sinnvoll, sich rechtzeitig mit diesen Themen auseinanderzusetzen oder nicht? Die folgende Liste entstammt unserer täglichen Agenturpraxis und soll Unternehmen Orientierung bieten.


Social Web

Das Umfeld der Online-Plattformen, die unter dem Begriff "Social" zusammengefasst werden, ist groß: Über Sites wie Digg.com werden die derzeit interessantesten Beiträge im Internet ermittelt und ausgetauscht. Bei Social-Bookmarking-Diensten wie Mister Wong oder del.icio.us können Nutzer ihre Lieblings-Websites einstellen und nach neuen interessanten Websites suchen. Und so weiter.

All das ist allein auf Grund der schieren Reichweite häufig sehr interessant für Unternehmen. Ob die Social-Dienste aber auch wirtschaftlich relevant sind, steht auf einem anderen Blatt. Um diese Dienste zum eigenen Vorteil nutzen zu können, muss die eigene Website über attraktive Inhalte verfügen, z.B. branchenrelevante Studien oder kostenlose Informationen, die für viele andere Nutzer interessant sind.

Für die Website eines "normalen" lokalen Finanzdienstleisters, eines Fliesenzentrums oder eines Fachanwalts für Steuerrecht gilt das nicht. Diese können sich zwar selber in Social-Websites eintragen, aber der Effekt ist dann doch sehr gering. Viele Bookmarking-Dienste stellen z.B. ihre Einträge den Suchmaschinen gar nicht zur Verfügung, so dass diese (zumindest in Bezug auf den Linkaufbau) wertlos sind.

Das "Social Web" ist also eher für eine kleine Anzahl an Unternehmen relevant, die z.B. eine hohe Reichweite haben und deren Besucher/Kunden eine emotionale Bindung zum Unternehmen haben.


Universal Search

Suchmaschinen wie Google reichern ihre Suchergebnisse immer häufiger mit spezialisierten Suchergebnissen an, z.B. Videos, Produkte, Blog-Beiträge und Nachrichten.

Wer also in Zukunft eine maximale Sichtbarkeit in den Suchergebnissen erzeugen möchte, muss alle diese Kanäle bedienen, also z.B. ein Blog betreiben (dazu später mehr). Der Aufwand wird sich in der Regel wohl nicht rechnen, wenn das einzige Ziel ist, damit in den erweiterten Suchergebnissen mehr Reichweite zu erzielen. Denn die Chancen, für einen konkurrenzlastigen Suchbegriff aus der Flut von YouTube-Videos oder Blog-Beiträgen ausgesucht zu werden, ist doch recht gering. Das sollte Unternehmen nicht davon abhalten, mehrere Online-Marketing-Kanäle zur Reichweitensteigerung zu nutzen - aber eben nicht mit dem alleinigen Ziel, in den zukünftigen Ergebnisseiten besser gefunden werden zu können. Zudem stehen wohl nur wenigen Unternehmen die technischen, kreativen und finanziellen Möglichkeiten zur Verfügung, um z.B. eigene Videos beizusteuern.




Abbildung 1: Universal Search: Auch Videos erscheinen in den Suchergebnissen

Detailansicht


Mobile Search

Das Thema Mobile Search erzeugt immer höhere Erwartungen. Vor allem in den USA schürt gerade das Apple iPhone, das einen sehr guten mobilen Web-Zugang bietet, Erwartungen, dass die mobile Internetsuche dramatisch zunehmen wird.

Ob und welche Erwartungen nun wirklich eintreffen werden, ist schwer zu sagen. Aber klar ist schon jetzt, dass das Thema nicht für jedes Unternehmen interessant sein wird. Für markenorientierte Konsumgüter-/Nahrungsmittel-Hersteller könnte "Mobile Search" durchaus ein relevantes Thema sein. Aber auch für Hersteller von Investitionsgütern? Es steht wohl kaum zu erwarten, dass ein Unternehmen, das eine CNC-Fräsmaschine oder ein Verarbeitungszentrum kaufen möchte, sich über einen mobilen Internet-Zugang über mögliche Hersteller informiert.

Mobile Search ist insgesamt eher für Unternehmen interessant, nach deren Produkten oder Dienstleistungen ein potenzieller Kunde auf seinem Handy oder PDA sucht: Ein Hotel oder Restaurant, wenn er/sie sich in einer fremden Stadt aufhält; das Kinoprogramm im Lieblingskino; Wetter- oder Finanzinformationen.


Blogs

Blogs werden häufig als Selbstläufer angesehen, denen manchmal unterstellt wird, in Suchmaschinen bessere Rankings als normale Websites erzielen zu können. Grundsätzlich ist das aber nicht so: Ein Blog ist eine Website wie jede andere, die von Suchmaschinen nicht bevorzugt wird. Ein Blog hat durchaus strategische Vorteile, da für Suchmaschinen vor allem drei Faktoren wichtig sind: Inhalte, Struktur und Verlinkung.

Blogs verfügen in der Regel über relevante Inhalte, die Suchmaschinen erfassen und analysieren können. Die meisten Blog-Systeme haben zudem eine inhaltliche und technologische Struktur, die aus Sicht der Suchmaschinen ideal sind. Und für Suchmaschinen ist eben auch wichtig, dass eine Website von möglichst vielen anderen Websites verlinkt wird - und genau das passiert bei Blogs eben sehr häufig, da das Bloggen davon lebt, sich mit anderen Blogs zu verlinken.

In den Faktoren Inhalte und Verlinkung ist dann aber der grundsätzliche Haken zu finden: Wenn ein Blog über keine attraktiven Inhalte verfügt und/oder nicht von vielen anderen Blogs verlinkt wird, wird ein Blog keine guten Suchmaschinen-Rankings aufweisen.

Blog-Betreiber sollten also sehr genau prüfen, ob sie die nötige Zeit und Energie mitbringen. Blogs benötigen attraktive und bisweilen kontroverse Inhalte, damit die eigenen Blog-Beiträge von anderen Blogs aufgegriffen werden. Worüber könnte also ein holzverarbeitender Betrieb schreiben? Oder ein Online-Shop für Schaniere? Gibt es innerhalb dieser Thematik überhaupt genug andere Blogs, mit denen man sich verlinken kann? Nur wenn diese Fragen beantwortet werden können, sollten Unternehmen auch über die Einrichtung eines Blogs nachdenken.


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 1: User Generated Content

01/2008, Markus Hövener





Markus Hövener ist Suchmaschinen-Experte und geschäftsführender Gesellschafter der Suchmaschinen-Marketing-Agentur Bloofusion Germany.
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