Weblogs, Podcasts oder Videoblogs wachsen täglich um mehrere Tausend und parallel dazu boomen virtuelle Communities von Gleichgesinnten wie beispielsweise myspace, youtube oder flickr. Allein myspace zählt über 100 Millionen Mitglieder bei über 30 Mrd. Seitenabrufen pro Monat.
Aber auch regional- und branchenfokussierte Portale können über bemerkenswerte Benutzerzahlen berichten, so wurden beispielsweise im Krankenkassenforum von den 7349 registrierten Benutzern insgesamt 8118 Artikel geschrieben. Hier zeigt sich, dass auch ein thematischer Fokus eine zwar vergleichsweise kleine, aber qualitativ umso wertvollere und nutzungsstarke Zielgruppe bilden und pflegen kann.
Insbesondere bei Unternehmen, welche Ihre Zielgruppe großteils in der Altersgruppe unter 30 Jahren hat, findet heute längst schon ein Großteil der Markenpositionierung bzw. der Markenpflege in Kanälen statt, die nicht mehr im klassischen Sinne steuerbar sind - nämlich zwischen den Menschen. Der Erfahrungsaustausch bzw. die Mundpropaganda über das Internet und soziale Netzwerke sind wichtige Erfolgsfaktoren im Marketing 2.0-Zeitalter.
Dabei spielen so genannte Social Media Tools und Social Media Plattformen wie technorati, del.ico.us oder das Open Directory Project eine immer größere Rolle.
Bei Kaufentscheidungen wird heutzutage auf die "elektronische" Mundpropaganda der Internetgemeinde zurückgreifen. Sucht jemand beispielsweise nach einem neuen Buch zum Thema Dokumentenmanagement, so findet er bei Amazon gleich mehrere Angebote mit entsprechend guten und schlechten Kundenrezensionen (Bewertungen).
Es genügt heute "Erfahrung mit Unternehmen-XYZ" als Suchphrase einzugeben, und Google fördert dutzende von Ergebnissen zu Tage.
Das Außergewöhnliche an der "elektronischen" Mundpropaganda ist an dem Beispiel der T-Mobile sehr gut zu erkennen: Meist befindet sich nur ein Bruchteil der gelisteten Websites im direkten Einflussbereich des jeweiligen Unternehmens. Wie im Beispiel zu erkennen kommt nur die kommerziell geschaltete Werbung von der T-Mobile, die weiteren Beiträge stammen aus Foren, privaten Homepages, Meinungsportalen, Weblogs oder gar von der Konkurrenz!
Auch in diesem Bereich bildet sich ein Marketingtool seitens der Unternehmen heraus. In solchen Verbraucherportalen beispielsweise geben sich die gelobten oder kritisierten Unternehmen durch eigene oder beauftrage Blogger offen zu erkennen und diskutieren mit den anderen Usern entsprechende Produkte oder Themen. Diese Vorgehensweise zeigt hohe Erfolgsquoten, da die Verbraucher das "offene Visier" zu schätzen wissen.
Die Unternehmen, die solche Blogger einsetzen schaffen sich wiederum eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit für konkrete und dialogorientierte Kundenkontakte und schaffen Klarheiten, die sonst nur mit übergeordneten, deutlich teureren Kampagnen zu kontrollieren wären. Auch das Cross-Selling funktioniert in dieser Vorgehensweise. War beispielsweise jemand unglücklich mit einer Reise, kann der Blogger des Unternehmens auf Unzufriedenheiten eingehen und konkrete Empfehlungen (oder gar einen Gutschein) für die nächste Reise aussprechen.
Besonders aufschlussreich wird die Situation, wenn man sich bewusst macht, dass das Internet immer multimedialer wird. "Elektronische" Mundpropaganda ist nicht nur in Textaussagen zu finden, sondern immer häufiger in aufwendig produzierten und aufmerksamkeitsstarken Videos, Audio-Podcasts oder Flash-Animationen. So tauchen immer mehr selbstproduzierte Video-Werbespots von Produkt-Fans auf youtube auf und natürlich auch Produkt-Gegner halten mit Ihrer Kritik am Produkt in selbst gedrehten Videos nicht zurück. Diese Filme erreichen innerhalb kurzer Zeit Zehntausende von Internetnutzern.
Und damit noch nicht genug: Die "elektronische" Mundpropaganda beeinflusst auch die "Findbarkeit" eines Unternehmens in den gängigen Suchmaschinen. Die Präsenz von Meinungsäußerungen im Internet und sozialen Netzwerken beeinflusst maßgeblich ein hohes Ranking bei Suchmaschinen. Vor allem Weblogs und Netzwerke wie myspace haben durch ihren hohen Grad an Vernetzung viele Informationen für Suchmaschinen und werden daher trotz manchmal schlechtem Einsatz und schlechter Positionierung von Keywords höher "geranked" als im Vergleich dazu top-optimierte Unternehmenswebsites.
Auch wenn es vielleicht wie ein Untergangsszenario klingt, auch in dem Bereich Soziale Vernetzung der Menschen ist das Marketing nicht machtlos!
Wer die Kommunikation beeinflussen will, muss Teil von ihr werden. So lautet ein klassischer Marketing-Grundsatz. Dies gilt insbesondere im Marketing 2.0. Um die "elektronische" Mundpropaganda in einer sozial vernetzten Welt zur Steigerung der Marke bzw. zur Platzierung der Produkte und Dienstleistungen nutzen zu können, müssen die folgenden drei Dinge möglichst authentisch und glaubwürdig umgesetzt werden - so wie es das Beispiel der "Unternehmensblogger" von oben aufzeigt:
Nur wer es schafft sich authentisch und glaubwürdig in die Communities seines Zielmarkt zu integrieren, darüber hinaus das Potenzial seiner Kunden und potenziellen Abnehmer motiviert und dabei immer ein Auge auf die aktuellen Entwicklungen im Internet hat, kann die Kommunikation seiner Zielgruppe gezielt beeinflussen.
Zur Steigerung der "Sichtbarkeit" im Internet können bereits vergleichbar "einfache" Marketingaktionen zum Erfolg führen:
Die zentrale Bedeutung des Marketings für Unternehmen ist unumstritten. Marketing 2.0 ist für jedes Unternehmen sicher eine Herausforderung aber ebenso eine enorme Chance! Wenn, wie ausgeführt, auch die Basisarbeiten hinsichtlich Markenpositionierung klar definiert sind. Nur das kann eine Grundlage sein, sich den Möglichkeiten des Marketing 2.0 anzunehmen.
Marketing in sozialen Netzwerken ist eine der größten Herausforderungen für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit aller Unternehmen. Natürlich werden dadurch die klassischen Ansätze des Marketings nicht obsolet, wie der Titel des Think.doc es evtl. vermuten lässt. Auch klassische Werbung, Promotions, Dialogmarketing usw. haben innerhalb der Marktkommunikation zur imagebildenden oder direkten Ansprache des möglichen Kunden eine Daseinsberechtigung.
Der Schlüssel liegt in einer individuellen Verknüpfung und Gewichtung der Maßnahmen. Es lohnt sich jedoch mehr denn je seine Marketing-Strategien und -Taktiken schrittweise den neuen Marktverhältnissen anzupassen. So sollte heutzutage beispielsweise die Altersgruppe 14-29 Jahre nicht mit einem Brief zu einem Software-Produktlaunch auf einer IT-Messe eingeladen werden, sondern evtl. besser mit einer E-Mail oder einem elektrischen Newsletter zur Präsentation des neuen Produktes im animierten Web-Shop mit der Möglichkeit zum Test und Bewertung eingeladen werden.
Je früher Unternehmen sich auf die neuen Marketing-Strategien und -Taktiken einstellen umso besser. Denn der Wettbewerb schläft nie. Ein Unternehmen, welches sich gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vom Wettbewerb absetzen will und sich frühzeitig mit der Kommunikation in den vernetzten Strukturen seiner Zielgruppe beschäftigt und Potenziale konsequent zu nutzen weiß, ist seinen Konkurrenten immer auch nach der Wirtschaftskrise einen Schritt voraus. Denn: Kritiken auf Meinungsportalen, Erwähnungen in Foren oder Empfehlungen in Weblogs bleiben dauerhaft im Internet erhalten. Wer systematisch vorgeht, kann sich Schritt für Schritt eine Reputation aufbauen, die ihm im Netz keiner so schnell wieder streitig machen kann.
Sollten der Artikel beim Lesen mehr Fragen als Antworten aufgeworfen haben, so zeigen wir ihnen gerne auf, wie Ihr konkretes Marketing 2.0-Konzept aussehen könnte. Gemeinsam mit spezialisierten Unternehmen bietet Pentadoc Organisations- und Prozessberatung im Bereich des Marketing 2.0 an. Sprechen Sie uns gerne an.
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