Um den Spagat zwischen Emotionalität und Funktionalität einerseits und Einfachheit und Komplexität andererseits zu erfüllen, sollten folgende Empfehlungen bei der Konzeption von Landing-Pages berücksichtigt werden:
1. Das Banner nicht auf eine isolierte, zwischengeschaltete Seite verlinken, sondern die Landing-Page direkt in die Zielwebsite integrieren. Das kann zum Beispiel in Form eines gesonderten Aktionsbereiches geschehen, der dem User den Einstieg in die Website und den Online-Shop erleichtert.
2. Die Landing-Page nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich auf das Banner abstimmen und das beworbene Produkt entsprechend prominent in den Vordergrund stellen: So wird nur das auf dem Banner gegebene Versprechen eingelöst – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
3. Die emotionale Anmutung des Banners auf der Landing-Page fortführen und konkrete Vorteile des Angebots benennen.
4. Konzentration der Landing-Page auf wenige Produkte und Platzierung von Produkt- und Kaufargumenten, die sich auf das im Banner beworbene Produkt beziehen.
5. Die Abbildung des beworbenen Produkts aus verschiedenen Perspektiven und Präsentation rationaler Gründe für den Produktkauf, also umfassende Information über das Produkt.
6. Relevante Navigationsmöglichkeiten prägnant hervorheben und den User nicht durch zu viele Handlungsoptionen überfordern; Hinweise auf den nachfolgenden Bestell- oder Buchungsprozess platzieren.
7. Zuerst durch Glaubwürdigkeit und Transparenz Vertrauen schaffen (Informationen, Datenschutz, Anbieter etc.), erst anschließend den Nutzer zum Handeln (Bestellen etc.) auffordern.
(Weiterführende Informationen im Artikel: Sieben Sünden bei der Gestaltung von Landing-Pages .)
Fazit
Die Ergebnisse zeigen, dass die isolierte Untersuchung und Optimierung eines Banners nicht ausreichen, um eine Online-Kampagne zu einem Erfolg zu machen. Wer hohe Conversion-Rates erzielen will, muss neben dem Banner einen besonderen Fokus auf die Landing-Page und auf das nachgelagerte Post-Klick-Verhalten legen, denn erst im funktionalen Zusammenspiel entfalten sie ihre Wirkung: Während das Banner die Aufgabe hat emotional anzusprechen und Interesse zu wecken und die Nutzer in die Produktwelt hineinzulocken, muss die Landing- Page mit rationalen Argumenten punkten, um den Nutzer zu halten und tiefergehendes Interesse an dem Angebot zu wecken.
Ausschlaggebend für den Erfolg ist dabei das Zusammenspiel von Banner und Landing-Page: Nur wenn die nachfolgenden Seiten die durch das Banner geweckten Erwartungen sowohl in emotionaler als auch funktionaler Hinsicht erfüllen, besteht eine Chance, dass der Nutzer auch zum echten Kunden wird.
Für die Untersuchung ist es daher entscheidend, die Perspektiven der klassischen Kommunikationsforschung mit den Ansätzen der Usability- und Rezeptionsforschung zusammenzubringen: Nur auf Grundlage einer Methodenkombination bestehend aus Prozessanalysen, Befragung und qualitativer Analyse kann das komplexe Wirkungsgefüge sinnvoll aufgeschlüsselt und zur Optimierung des Online-Vertriebs genutzt werden.
Ein Auszug aus dem Artikel "Wie aus Nutzern Kunden werden", planung & analyse 01/2007. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Fachverlages GmbH, Frankfurt am Main.
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